Dienstag, 4. März 2008

Die Schalttagwoche

In der darauffolgenden Woche waren alle auf einmal suuuper nett zu mir. Liegt warhrscheinlich nur daran, dass sie mich so sehr vermissten, weil ich ja immer unterwegs war ;) So liebe Komplimente hab ich ja fast noch nie gemacht bekommen! Also ihr da in Deutschland, nun müsst ihr euch echt mal ranhalten um mein Herz für euch zu gewinnen, ansonsten bleib ich hier ;P
Donnerstag bestand ich noch einen meiner Schwedischteste, Freitags trafen sich alle deutschen Volontäre wieder einen Nachmittag lang um unser letztes Seminar in Berlin zu planen und an den Abenden hatten wir Spexar und Krik.
Und seit Samsatg sind auch meine lieben Freunde Thomas und Petra zu Besuch. Aber was ich so alles mit denen erlebt habe finde ich verdient einen eigenen Blogeintrag. Geduldet euch also bis Samstag und lest in der zweischenzeit alle drei Berichte, die heute reingestellt habe ;)

PS: Hier in Schweden wird gesagt, dass die Frauen nur in Schaltjahren Heiratsanträge machen dürfen. Und ganz besonders viele sollen es am 29. Februar selbst machen.

"Itchin' in the kitchen" (Oasis - some might say)

Den Kontrast zu der Woche bildete das Wochende, das Mareike und ich in Kopenhagen verbrachten. In strömenden Regen verlißen wir Göteborg und wurden von Dänemark mit klarem Himmel empfangen. Wir waren zu Besuch bei Jenny, einer deutschen Volotärin, die sich mit...hm ca. 12 anderen eine WG teilt. Das Leben da empfanden Mareike ich als einerseits sehr stressig, da sich so viele Leute aus unterschiedlichen Nationen eine Küche teilen mussten, jedoch auch als sehr lustig da man ja nie alleine ist und immer jemanden hat mit dem man weggehen kann.
In dem Punkt sind Göteborg und Kopenhagen total unterschiedlich. Während wir immer nur ins Sticky Fingers gehen können, konnten uns die anderen gleich 10 Plätze aufzählen, zu denen sie gehen. So waren wir am ersten Abend zuerst im überfüllten Cafe Retro und danach in einer Cocktailbar.
Am nächsten Tag machten Mareike und ich eine ausgedehnte Sightseeingtour...alle Statuen haben wir jedoch glaub ich nicht endeckt^^dennoch aber, dass die Stadt wunderschön ist. Was uns beide am meisten beeindruckte war "Christiania" (nett, dass es nach mir benannt wurde^^), das altervative-hippie-drogen Viertel würde ich es jetzt nennen. Gut war auch, dass uns Jenny noch weiter reinführte, denn da bekommt man noch einmal einen ganz anderen Eindruck davon. Schaut einfach mal in Wikipedia oder googelt es - is toll.
Abends waren wir dann gleich wieder an 5 verschiedenen Stellen und zuletzt im Studenthouse, was uns so richtig gut gefiel, zu dem wir aber leider etwas spät kamen und nur noch zu drei Liedern tanzen konnten. Aber naja, Eintritt gespart.
Der nächste Tag war etwas mehr laid-back, denn da besuchten wir nur ein Museum waren in einem Cafe und kochten so richtig gut. Ja dieses Wochende gab mir endlich mal den Ansporrn mir auch hin und wieder was gutes zu kochen.
Und am Monatg - stellt euch vor - setzte ich das ganze zu Hause auch in die Tat um!
Fazit: Super schöne, junge Stadt, tolle Leute in der WG und einfach ein wunderbares Wochende.
Hey Jenny, noch mal ein Dank an dich ;-)

"Yes, like and this is like because I like..."

Nach dem tollen Kommentar, den ich nun doch endlich bekommen habe, habe ich endlich wieder ein bisschen Lust bekommen euch über meine Tage in Schweden zu berichten.
Mitte Februar war ich als einzige Volontärin der Svenska Kyrkan auf dem EVS-Midterm Seminar in Stockholm. Da ich ja schon vom den vorigen enttäuscht wurde steckte ich meine Erwartungen dieses mal noch tiefer, da ich dieses mal wie gesagt ohne nette Begleitung hin gehen musste. Spannend war es jedoch alle anderen Freiwilligen wieder zu sehen und zu schauen ob sie immer noch so merkwürdig waren wie vorher. Da hätten wir zum Beispiel das ständig kichernde deutsche Mädchen, das uns nun dauernd von ihrem ach so süßen schwedischen Freund erzählte, die Italienerin, die in jeden Satz "fuckin'" einbaute und der Ägypter, der den größten Sprachfehler von allen hatte und es in einem Vortrag von 10 Minuten tatsächlich schaffte 63 "like" in seine Sätze einzubauen.
Auch diese "Leiter" waren "kompetent" wie immer. Und meine Lieblingsleiterin vom letzten Seminar war dieses Mal auch wieder den ganzen Mittwoch über stets an unserer Seite.
Das Programm kam mir oft wie der missglückte Versuch der Überlegung "Wie unterhalte ich drei Tage lang, 12 Freiwillige, ohne dass sie merken, dass ich selbst keine Ahnung davon hab was wir hier tun und was ihnen das ganze nutzt". Bei der Auswertung hab ich da nämlich mal einige Punkte angesprochen und da stellte sich eben dies sehr deutlich raus.
Was das Leben mit der Gruppe betrifft habe ich mein bestes gegeben ohne jedermanns bester Freund werden zu wollen. Mittwoch abends wollten wir in einen tollen alternativen Club. 2 von uns waren schon drin. Grad als ich dran war schlug die Uhr 23, was bedeutet, dass man ab da bezahlen musste, und da hieß es "Wir haben kein Geld um den Eintritt zu bezahlen". Und so gingen wir, unter dem Gelächter aller anderen Wartenden, aus der Schlange. Nur die zwei, die sowieso schon drin waren kamen doch nicht mehr raus. Das hat mich so sehr geärgert, weil wir danach ich einen Gayclub sind...
Achja, und an diesem Abend spielten auch die Beatsteaks in Stockholm. Nur stell sich mal einer vor - keiner - nicht einmal einer der Deutschen - kannte sie. Also wurde auch aus diesem Konzert nichts.

Montag, 18. Februar 2008

Fadderläger

Ja is schon ein Weilchen her, dass ich auf dem Fadderläger war und daher fehlt mir jetzt auch ein wenig der Ansporrn groß zu erzählen. Es war toll (besser als ein EVS-Seminar) und meine Gruppe - zum verlieben^^. Wir hatten es dauerlustig durch unsere Spexabende, selbsterfundenen "Fuldansar" (wörtl. Hässlichtanze), die Karte Kreuz 4, Like a Virgin, neue Päarchengerüchte, die wunderbare Aussicht aufs Meer, das Zahnbürstenmörderspiel, das Kopfschütteln über Leute, die am ersten Abend nackt ins Meer sprangen und die, die es an den nächsten Tagne taten.

Dieses Bild nur zur Erläuterung unserer derzeitigen Wetterverhältnisse.
Wie man sieht scheint die Sonne. Im Hinter grund steht Elin - dick eingepackt mit Schal bis zum Kinn - und friert. Vor ihr beugt sich gerade Johan - in Badehose und nassen Haaren - und friert nicht. Schlussfolgerung???

Die nächsten Tage war ich, wie die Hälfte der Lagerteilnehmer, gesundheitlich angeschlagen. Gerade so, dass man nicht im Bett liegen muss sondern, sich einen Tee kocht und auf das Sofa flätzt um sich ein paar Filme reinzuziehen. Zu KRIK am Freitag, naja zumindest zu der Fika danach, und zur SBB-Stunde am Sonntag reichten meine Kräfte dann auch noch ;-)
Heute war ich mit Elin und einigen ihrer Freunde in Sweeney Todd. Seeehr empfehlenswert für alle, die Musicals, Blut und vor allem Johnny Depp mögen^^ Und danach traf ich mich noch mit Joakim, Sanna und Simon um seinen 20. ein wenig zu feiern und viel zu erzählen!

Morgen gehts auf nach Stockholm zum EVS-Seminar. Es gibt wieder einige Dinge über die ich mich jetzt schon ärgern könnte, aber das mach ich dann lieber in einem Schwung. Könnt ihr dann nächste Woche lesen.

Freitag, 8. Februar 2008

"It doesn't matter baby 'cause your hair is ugly too"

Mein Friseurbesuch heute brachte mir nichts wirklich Neues. Keine sonderlich gute Fisur und nicht das Gefühl wieder in diesen Laden zu wollen. Während ich jedoch mit meiner Frisöirn smalltalk hielt und über mein nächstes Lager, das an diesem Sonntag beginnt berichtete, schaltete sich die Arme, die neben mir ihre Haare geschnitten bekam, ins Gespräch ein. Sie fuhr zufällig auch am gleichen Tag zu Åh Stiftsgård und kannte meine neue Mitarbeiterin Elin ziemlich gut. Wenn schon nicht die Frisörin unterhaltent war, dann doch wenigstens das Mädchen neben mir. Ich freue mich auf jeden Fall sie bald wieder zu sehen.

Gestern Abend während unsere KU-Andacht kam eine Meldung reingeflattert, dass ein Sportflugzeug in ein Auto geflogen ist. 4 Personen sind gestorben. Und das ganze spielte sich 500 Meter vor meiner Haustür ab. Schon wieder jemand...
Ich hab auf jeden Fall für alle kürzlich verstorbenen eine Kerze angezündet.

www.tjuvlyssnat.se
Ein link an alle, die schwedisch verstehen ;)

Dienstag, 5. Februar 2008

Nie wieder "Gretas"

Schon beim letzten mal habe ich mir gesagt, dass ich nicht nocheinmal in diesen Club will, aber dadurch, dass ich diesen Samstag bei Lajos Geburtstag eingeladen war, bei dem erst einmal in seiner Wohnung vorgefeiert wurde und danach der ganze Pulk ins Gretas zog, war ich doch irgendwie gezwungen wieder mitzugehen. Schon wieder musste ich 100 Kronen für Eintritt und Garderobe hinblättern und schon wieder stand der gleiche Kerl auf dem Tisch und zeigte dem ganzen Club "Schaut mal ich kann alle Madonna-, Village People- und Mikael Jackson Texte auswendig und kann mich obendrein noch wie ein Spast dazu bewegen". An meine Volontärsfreunde, die das letzte mal dabei waren: Könnt ihr euch noch an ein, zwei seeehr weiblichen Typen erinnern? Also die, die dort mit Stöckelschüchen rumliefen. Ja, also eine meiner Freundinnen, kennt einen von ihnen ziemlich gut und dadurch durfte ich ihn/sie auch mal kennenlernen. Er/sie heißt Johan/Johanna und ... einfach nur Kopfschütteln und weitergehen. Mal abgesehen davon hatten wir doch einen ganz netten Abend bis ... Gretas die Jacken von drei meiner Freunde verloren hat! Wir wollten noch unseren letzten Bus nach Hause kriegen, doch das konnten wir uns abschminken, denn wir mussten warten bis der Club zumacht und alle anderen ihre Jacken geholt haben. Das hieß bis etwa halb 5. Währenddessen wurden wir sogar rausgeschickt und mussten die ganze Zeit im Regen stehen, weil diese blöden Türsteher nicht mal mehr meine Freunde, die keine Jacken ahtten, reinliesen. Klar, dass Jerker da mal durchdreht. Da war doch wohl Kroppswärme angesagt^^ Naja am Ende war es dann so, dass Jerker und Lajo ihre Jacken noch gekriegt haben, nicht aber Patrick. In seiner Jacke waren Geldbeutel usw. Er musste seine Nummer hinterlassen und durfte gnädigerweiße einen Filz mitnehmen... Ja und der nächste Bus ging in etwa 2 Stunden. Doch uns allen war es 50 Kronen wert dann dochmal ein Schwarztaxi zu nehmen uns schnell nach Hause zu kommen. Wie gesagt: Nie wieder Gretas!

Abegseghen davon war mein Wochenende toll. Netter OMEGA-Kväll, Sommarkonfirmandenstunde und erstes SBB-Treffen mit "The Da Vinci Code".

Freitag, 1. Februar 2008

Ein Alptraumerlebnis, ein Traum wird wahr und "Deutschland war auch während dem Krieg schön"

Mein Alptraum: Ich musste diese Woche drei Andachten in Folge halten! Zuerst bei der großen Mitarbeiterversammlung, dann bei der kleinen Mitarbeiterversammlung und dann noch eimal vor rund 50 Konfirmanden und Faddern. Ich arbeitete mich rauf vom Geschichte vorlesen und ein bisschen interpretieren zu Geschichte vorlesen und viel interpretieren bis zu einem freien Vortrag, der wirklich ziemlich spontan war, und am Ende von den Beatles handelte^^ Es wurde irgendwie zu einer Andacht über Liebe und den song "All you need is love"...Lajo spielte ihn daraufhin auch spontan noch auf Gitarre. Es war zwar ein Apltraum da vorne zu stehen, aber ein böses Erwachen gab es zum Glück nicht.

Mein wahrgewordener Traum: Am Freitag war Fridas Geimeinde in meiner Landkirche und hat ihre Rockmässe gehabt. Der Typ, der das ganze geleitet hat hieß Magnus (spielte Tourneen mit Bruce Springsteen, Mötley Crue und noch einigen) und ist ein alter Kumpel von meinem Mentor. Die Mässe an sich war nicht gerade ein Traum...relativ schlecht sogar ABER dieser Magnus hatte die schönste Gitarre der Welt! Eine weiße Gibson Les Paul! Schon seit dem ich sie mit 14/15 Jahren beim Sänger von Lifehouse sah, hatte ich ich in sie verliebt. Zwar war ich schon in vielen Gitarrenläden, aber genau diese Modell ist mir leider nie unter die Augen gekommen. Als ich ihn dann noch fragt ob seine Gruppe mit unserer Gruppe noch eine Afterparty machen will sprach ich ihn auch auf seine Gitarre an...er stimmte mir voll und ganz zu^^

"Deutschland war auch während dem Krieg schön": Mittwochs machten wir mit der Konfirmanden-und Faddergruppe einen Ausflug in die Stadtsmission. Beim Middag (Abendessen) setzten Tobbe und ich uns an einen Tisch mit drei älteren obdachlosen Herren. Wir kamen superleicht ins Gespräch und reden eine ganze Stunde lang ohne eine peinliche Schweigeminute. Ihr Lieblingsthema war Deutschland und all diese schönen Städte. Alle drei waren sogar mal in Ludwigshafen und behaupteten Ludwigshafen wäre genau so schön wie Göteborg, was mich doch ein wenig verwunderte. "Jaja, Deutschland war auch während dem Krieg schön" - wurde jedenfalls von den drei Herren behauptet :D